04 Jan 2021

Was gibt es Schöneres, als im Winter den Schneeflocken dabei zuzusehen, wie sie zu Boden schweben? Doch der harmlose Schein trügt: Obwohl die einzelnen Flocken nahezu schwerelos wirken, kann Schnee auf dem Dach in größeren Mengen zu einer echten Belastungsprobe für die Dachkonstruktion werden. Wir erklären, was Hausbesitzer beachten sollten, um ihr Dach bei Schneefall optimal zu entlasten und zu sichern.

Warum ist Schnee auf dem Dach gefährlich?

Schnee ist sehr schwer einzuschätzen: Form, Dichte und Gewicht variieren oft stark. Mal sind die Flocken trocken, mal sehr feucht. Kurzum: Ein Kubikmeter lockerer Neuschnee ist mit 20 bis 30 Kilogramm deutlich leichter als feuchtnasser Altschnee. Dieser kann bis zu einer halben Tonne wiegen.

Rechnet man diese Mengen auf die gesamte Dachfläche, kommt eine beachtliche Schneelast zusammen, die die Dachkonstruktion erst einmal stemmen muss.

Welche Dächer sind bei Schnee besonders empfindlich?

„Grundsätzlich gilt: Je flacher ein Dach, desto höher ist der Handlungsbedarf, wenn Schnee fällt und desto eher sollte man große Mengen Schnee vom Dach räumen. Das erledigt sich bei stärker geneigten Dächern naturgemäß oft von selbst”, erklärt Tobias Setz, Dachdeckermeister und Geschäftsführer des Dachdecker Meisterbetriebs Setz und Leuwer aus dem Rhein Sieg Kreis.

Schnee auf Steildächern

Neben der Einsturzgefahr ergibt sich bei Steildächern hingegen eine ganz andere Gefahr durch Schnee: Dachlawinen und abrutschende Eisplatten können zu einem großen Risiko für Passanten werden, wenn man sie nicht rechtzeitig entdeckt und gezielt entfernt beziehungsweise fachmännisch entfernen lässt. In besonders schneereichen Gebieten lohnt es sich außerdem, über Schutzeinrichtungen, wie zum Beispiel so genannte Schneefanggitter nachzudenken.

Schnee auf Flachdächern

Vor herabstürzendem Schnee und Eis muss man bei flachen Dächern tendenziell eher keine Sorge haben. Trotzdem muss die Menge an Schnee auf dem Dach kontrolliert und gegebenenfalls geräumt werden. Außerdem sollte man Abflüsse und Dachgullys regelmäßig überprüfen. Auch durch Tauwasser können, wenn es sich in großen Mengen auf dem Dach staut, empfindliche Feuchtigkeitsschäden am Dach entstehen.

Schneelastzonen: Wie viel Schnee hält mein Dach aus?

Wie viel Schnee ein Dach tragen können muss, kann in Deutschland nicht pauschal definiert werden. Die vorgeschriebenen Schneelasten unterscheiden sich je nach geografischer Lage des Hauses in drei Schneelastzonen und ihre Unterteilungen.

  • Zone 1 (u. a. Mittelrheintal, Niederrheinische Tiefebene)
  • Zone 1a (Münchner Umland)
  • Zone 2 (u.a. Drei-Länder-Eck)
  • Zone 2a (Hochschwarzwald, Rhön und Sauerland)
  • Zone 3 (Alpen, Bayerischer Wald, Thüringer Wald, Erzgebirge, Harz sowie Vorpommern).

Neben der geografischen Lage spielt auch die jeweilige Dachform eine Rolle bei der Bestimmung der zu tragenden Schneelast.

Schnee vom Dach räumen: Gefährlicher als gedacht

Ein Dach von den Schneemassen zu befreien kann ein gefährliches Unterfangen sein, wenn es von Laien durchgeführt wird. „Zum einen stellt die Höhe – wie bei allen Arbeiten auf dem Dach – einen Risikofaktor dar, der von der Witterung noch einmal verstärkt wird und zum anderen kann das punktuelle Gewicht der räumenden Person genau die Masse sein, die fehlt, um die Dachkonstruktion zum Einstürzen zu bringen”, warnt Tim Leuwer, Geschäftsführer vom Dachdecker Meisterbetrieb Setz und Leuwer aus Hennef.

Schneelast: Lieber Experten beauftragen

Um ihr Dach von der weißen Last zu befreien, sollten Hausbesitzer lieber auf Profis setzen. Das kann einerseits der örtliche Dachdecker sein, andererseits – in besonders großen Notfällen – aber auch das Technische Hilfswerk oder sogar die Feuerwehr.

Wenn Sie Ihr Dach vor dem ersten Schnee auf Herz und Nieren prüfen oder aufrüsten lassen wollen, helfen wir von Setz und Leuwer gerne weiter. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin für eine Dachwartung oder ein Beratungsgespräch rund um die Sanierung ihres Dachs.

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